In den Räumen des ersten HUPJEFI-Sozialzentrums, das inzwischen umgezogen ist, befindet sich heute die staatlich genehmigte Schneiderschule DORIANA.

Auch sie bleibt dem Konzept einer integrierten umfassenden Bildung treu. Neben der praktischen Berufsausbildung gehören zum Ausbildungsgang der Erwerb grundlegender Kompetenzen sowie die Arbeit an der Persönlichkeit, um Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit zu fördern. So können die Absolventinnen guten Gewissens in ein eigenständiges Leben entlassen werden.

Erste Absolventinnen

Im Sommer 2018 haben die ersten Schülerinnen nach zwei Jahren an der DORIANA ihren Abschluss gemacht.

Die Absolventinnen der Schneiderschule DORIANA mit Lehrern und Vertreterinnen vom Ministerium

Im ersten Jahrgang stammen alle Mädchen aus den HUPJEFI-Sozialzentren. Fünf von ihnen haben das Diplom der Schule erworben.

Zur Abschlussfeier hat sich jede selbst ein Kleid genäht. In einer kleinen Modenschau präsentierten sie ihre eigenen Werke stolz den anwesenden Gästen. Darunter Vertreterinnen vom Ministerium, die gemeinsam mit den Lehrern die Zeugnisse überreichten.

Weitere Mädchen haben die praktische Ausbildung beendet und gehen als Schneiderinnen in den Beruf.

 

Die fachliche Leiterin der Schule

Ange Guylaine Ngono ist selbst als junges Mädchen in einem unserer Sozialzentren gewesen. Sie schaffte es auf die öffentliche Schule. Später bekam sie ein Stipendium, nutzte ihre Kenntnisse der Schneiderei, die sie im HUPJEFI-Zentrum erworben hat, und studiert Mode-Design.

Statt danach ein Angebot nach Kanada anzunehmen, kam sie zurück. Sie will denen helfen, die nach ihr kommen: Eine vollwertige Schule für Schneiderei und Modedesign aufbauen und so eine anerkannte Ausbildung ermöglichen.

Berufsbildende Schulen

Berufsbildende Schulen mit einer integrierten praktischen und theoretischen Ausbildung sind in dieser Weise in Kamerun ein Novum. Dies bedeutet, bei der Anerkennung einige zusätzliche Hürden zu nehmen, ist jedoch eine Investition in die Zukunft des Landes.

Das Konzept ermöglicht, nicht nur das Schneiderhandwerk zu lernen, sondern bei entsprechender Schulbildung die Schule als umfassend geschulte Fachkraft abzuschließen. Gute Absolventinnen sind nach entsprechender Praxis in der Lage, etwa auch „afrikanische“ Mode für ein anspruchsvolles, zahlungskräftiges Publikum zu schaffen.

Geplant ist, nachdem sich die Schneiderschule DORIANA etabliert hat, weitere berufsbildende Schulen aufzubauen. Sie sollen Ausbildung für beispielsweise computergestützte Bürotätigkeiten oder für Haarstyling und Beauty ermöglichen.

Die entstehenden berufsbildenden Schulen sind öffentlich, sie stehen und der Zugang selbstverständlich jedem Mädchen – nicht nur denen aus den Sozialzentren offen.

Tanzende Mädchen in selbstgeschneiderten Kleidern

Bei der Eröffnung des Sozialzentrums in Bomono tanzen HUPJEFI-Mädchen in selbstgeschneiderten Kleidern. Nähen ist eine praktische Fertigkeit, die sparen hilft. Einige der Mädchen aber machen das Schneiderhandwerk zu ihren Beruf.

Die Schneiderwerkstatt von oben

Die Schneiderwerkstatt im Stadtteil Akwa nach der Renovierung, vom gegenüberliegenden Haus aufgenommen.

Mädchen präsentieren stolz ihre selbst genähten Kleider

Mädchen aus der Schneiderwerkstatt präsentieren stolz ihre selbstgenähten Werke. In Zukunft wird es in Douala nun die Möglichkeit geben, an der neuen Schneiderschule eine staatlich anerkannte Berufsausbildung zu absolvieren.

Schnittmuster wird an die Tafel gezeichnet

Schnittmuster erstellen erfordert Können.

Schülerinnen der Schneiderwerkstatt bei der Arbeit

Schülerinnen der Schneiderwerkstatt bei der Arbeit

Tretnähmaschinen

Tretnähmaschinen werden in Kamerun noch viel verwendet. Sie sind robust und benötigen keinen Strom. Oft viel praktischer, vor allem wenn man draußen schneidert, wo man vom Kunden gesehen wird.

Mädchen beim Schneidern

Ein Mitbringsel nach Maß für Deutschland entsteht